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Das Blut der Schmetterlinge, Carola Kickers

  • Das Blut der Schmetterlinge, Carola Kickers

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Art.Nr.: 1038
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Standardformat (eBooks: PDF, Hörbücher: MP3; weitere Formate: siehe unten)

Das Blut der Schmetterlinge v. Carola Kickers

Erotik & Intrigen: Die Starks sind zurück!

„Das Blut der Schmetterlinge“   ist eine Vorgeschichte zu „Red Honey“. Auch hier sind Ruben Stark, sein mächtiger Vater und die Vampirloge Sangue Ombra Drahtzieher neuer Machenschaften um die Herrschaft über die Menschheit.

Der schöne Vampir Jerome glaubt, sein Dasein fest im Griff zu haben. Er hat die gestaltwandlerischen Fähigkeit der Vampire zu seinem Beruf gemacht und wird zum Star einer Travestiegruppe. Doch der Preis dafür ist hoch: Für jeden Auftritt braucht er unschuldiges Blut. Eines Tages hinterlässt er eine Leiche und wird damit erpressbar für die Vampirloge der Starks. Die schöne und noch unschuldige Laura wie auch ihr schwuler Bruder Leon, die sich beide zu Jerome hingezogen fühlen, geraten dabei zwischen die Fronten, und Ruben Stark zieht die Fäden in einem mysteriösen Spiel um Leben, Ruhm und Tod.

Wörter: 23.884, 65 S.

Keywords: Vampir, Romance, Kurzgeschichten, Dark Fantasy, Liebe

 

Leseprobe:

Was er brauchte, würden ihm die wenigsten Mädchen freiwillig geben, also musste der junge Künstler das altbewährte Spiel spielen und zunächst ihre Gefühle für ihn wecken. Auch dafür hatte ihn die Natur mit allen guten Gaben versehen. Allerdings waren seine Fähigkeiten nicht gerade natürlich, sondern eher übernatürlich zu nennen. Aber wen interessierte das schon, solange er nur zum Ziel kam und wieder für ein Wochenende der Star der Midnight Fairies war? Die bekannte Transvestitenshow war einfach perfekt für seine schauspielerischen Ambitionen.
Wenn er seinerseits dagegen die Sehnsüchte der jungen Frauen vollständig erfüllte, wurden sie „unbrauchbar“ für ihn. Und das war mehr als ärgerlich, denn dann begann seine Suche nach einem unberührten Opfer von neuem. Manchmal fragte er sich, wessen Gier wohl stärker war, die seine oder die dieser kleinen, lüsternen Nymphen, die ihr erstes Mal in seinen Armen erleben wollten. Wäre seine Natur ebenfalls menschlich gewesen, so hätte er es bestimmt genossen, aber in seinem Fall war es eine Notwendigkeit. Unreines Blut war für ihn wertlos und stillte höchstens ab und zu seinen Durst als untoter Blutsauger. Aber Jerome wollte mehr sein als nur das – viel mehr! Er wollte die Nummer Eins im Rampenlicht sein!
Langsam wurde es Zeit, dieses Mädchen loszuwerden, bevor er zu seinem Auftritt in den Club fuhr. Jerome blickte ungeduldig auf seine Armbanduhr. Er war bereits seit Stunden vollständig angezogen, hatte hier am Fenster gestanden und auf die Dunkelheit gewartet. Das Tageslicht störte ihn zwar nicht, aber er liebte die Nacht. Er feierte sie, so wie sie ihn feierte!
Jerome ging zum Bett, und mit gespielter Fürsorge und Zärtlichkeit weckte er die Kleine auf. „Ich muss los“, sagte er mit geheucheltem Bedauern in der Stimme, indem er über den nackten Rücken vor ihm strich und ihn mit zarten Küssen bedeckte. „Leider!“ Da war noch sein undefinierbarer Akzent, der seiner ruhigen Stimme eine gewisse Nonchalance verlieh, auf den die Frauen so flogen.
Das Mädchen murmelte etwas wie „bitte noch nicht“, aber Jerome kramte bereits ihre Sachen vom Boden und legte sie demonstrativ aufs Bett. Die Brünette drehte sich um und streckte verlangend die Arme nach ihm aus. Dabei verrutschte die Bettdecke und gab den Anblick ihrer wohlgeformten, festen Brüste frei, aber Jerome wich zurück.
„Beeil dich, in wenigen Stunden beginnt meine Show!“
Das Mädchen blickte ihn aus halb geschlossenen Lidern an. „Was für eine Show?“, fragte sie neugierig. Jerome hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen.
„Das spielt keine Rolle. Komm jetzt. Wenn du möchtest, fahre ich dich in die Stadt.“
Das Mädchen griff nach ihren Sachen und erhob sich ärgerlich aus den Laken. Der junge Mann blickte an ihrer aufregenden Figur herunter. Ja, sie war schön. Aber das war nicht der Grund dafür, dass er sie mitgenommen hatte. Seine Musterung galt den Spuren, die sie im Nacken und am Halsansatz trug. Ein paar dunkelrote Punkte waren zurück geblieben, die an Masern erinnerten. Jerome konnte zufrieden sein. Sie hatte lange genug geschlafen, um den Blutverlust zu verkraften. Nach einem guten Essen würde es ihr wieder gut gehen. Nun aber musste er seine frisch gewonnenen Kräfte nutzen. In Gedanken ging er schon den heutigen Bühnenablauf durch.

Von seinen Kollegen manchmal mit dem spöttischen Spitznamen Romy bedacht, war der junge Mann von knapp über zwanzig Jahren ein mit mädchenhafter Anmut ausgestatteter Jüngling. Ein Typ, der mit fast magischen blauschwarzen Augen in die Seelen seiner Zuschauer blickte, von denen einige fast jeden Abend vor der Bühne saßen und ihn anhimmelten. In seiner Freizeit trug er das Haar oft streng zurück gekämmt zu einem Zopf gebunden, wie man es im 17. Jahrhundert getragen hatte. Das betonte die markanten Wangenknochen in dem bartlosen Gesicht mit den sinnlichen Lippen und gab ihm etwas Aristokratisches. Eine Erscheinungsweise, die zu seinem gebildeten Charakter und den höflichen Umgangsformen passte, von denen jetzt allerdings wenig zu merken war. Er schob seine Begleiterin förmlich vor sich her. Das Mädchen schien sein Drängeln gar nicht zu bemerken. Wie eine Marionette eilte sie vor ihm her die Treppen hinunter.

Ganz in Schwarz gekleidet betrat Jerome die Tiefgarage. Über dem T-Shirt trug er einen leichten, bodenlangen Sommermantel, der beim Gehen an die schwarzen Flügel eines Racheengels erinnerte. Er betonte zudem seine hoch gewachsene Gestalt. Mit großen Schritten näherte er sich dem dunkelblau glänzenden Cabrios, das ihn zum Club Heartbeat am Rande der Reeperbahn bringen würde, wo er heute Abend wieder auftrat – in einer ganz anderen Gestalt. Aber vorher musste er die Kleine noch einer Haltestelle absetzen und dafür sorgen, dass sie ihn vergessen würde – für immer. Beim Bahnhof setzte er das Mädchen ab, nahm zum Abschied ihr schmales Gesicht in beide Hände und blickte ihr tief in die braunen Augen.
„Wir sind uns nie begegnet. Du wirst jetzt etwas essen, mit dem nächsten Bus nach Hause fahren und dein Leben wie gewohnt weiterführen“, suggerierte er ihr in Gedanken.
Dann hauchte er einen Kuss auf ihre Lippen und öffnete die Beifahrertür. Das Mädchen stieg aus. Jerome hatte sich nicht einmal ihren Namen gemerkt.
 



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Diesen Artikel haben wir am Montag, 05. Oktober 2009 in unseren Katalog aufgenommen.


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