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Lebensadern-Die Abenteuer des Vampirs Jason Dawn, Carola Kickers

  • Lebensadern-Die Abenteuer des Vampirs Jason Dawn, Carola Kickers

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Art.Nr.: 1030
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Standardformat (eBooks: PDF, Hörbücher: MP3; weitere Formate: siehe unten)

Lebensadern - Die Abenteuer des Vampirs Jason Dawn v. Carola Kickers

Die geheime Welt der Vampire verwebt sich gefährlich mit der Welt der Menschen.
Davon werden Kommissar Welsch und seine Assistentin Rita Hold in kurzer Zeit überzeugt.

Und welche Absichten hat der mysteriöse Neuzeitvampir Jason Dawn wirklich?

 

Wörter: 66.073, 204 S.

Inhalt: Vampir, Romance, Kurzgeschichten, Dark Fantasy, Kurzgeschichten

Link zu Rezension auf www.necroweb.de 

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Leseprobe:

„Dieser Mörder hat eine romantische Ader“, sagte Hauptkommissar Harald Welsch zu seiner Assistentin, als er die Fotos der Leiche betrachtete.
Tamara Hansen kam hinzu. Die Neunundzwanzigjährige arbeitete bereits seit drei Jahren mit diesem manchmal sehr introvertierten Polizisten zusammen und fragte sich, ob sie ihn jemals wirklich kennen würde. Doch insgeheim bewunderte sie seinen kriminalistischen Spürsinn.
„Sie haben Recht, er drapiert sie mit roten Rosenblättern und einer Perlenkette.“ Tamara betrachte das Foto der Toten näher. Eine blonde junge Frau in ihrem Alter, die Augen geschlossen, das Gesicht bleich, die Augen von tragischen blauen Schatten umrahmt. „Das ist Hämatit.“
Welsch sah sie an. „Wie bitte?“
Tamara erklärte: „Hämatit ist ein ganz beliebter Halbedelstein, auch Blutstein genannt. Beim Schleifen entsteht ein roter Staub.“
„Wie passend“, schnaubte Welsch verächtlich. „Prüfen Sie mal nach, ob es ähnliche Fälle gibt.“

Tamara verließ das Büro und der Kommissar blieb mit den Fotos und den Stapeln an Papieren zurück. Laut pathologischem Bericht fehlten der Leiche einige Liter Blut. Es waren keine Spuren von Gewalteinwirkung zu erkennen, bis auf zwei kleine, runde Löcher am rechten Handgelenk.
‚Ich möchte nur wissen, wohin das Blut verschwunden ist. Was, zum Teufel, hat er damit gemacht?’, dachte Welsch gerade, als Tamara wieder ins Büro kam und mit ein paar Blättern Papier winkte. „Chef, in Kopenhagen und Moskau hat es vor einigen Wochen genau das gleiche Tatmuster gegeben.“
Welsch nahm den Bericht von Interpol entgegen, den Tamara ihm reichte.
„Rosen und Perlen. Und alles sehr junge, hübsche Frauen. Na, wenn das nicht romantisch ist“, meinte er lapidar, nachdem er ihn kurz überflogen hatte.
Tamara lächelte verächtlich. „Wie man’s nimmt.“

„Kein erkennbares Motiv, keine erkennbare Verbindung zwischen den Opfern, alle im Abendkleid, alle in einem Nobelhotel, immer an einem Wochenende….“ Der Kommissar sprach mehr zu sich selbst als zu seiner Assistentin, die für sie beide gerade Kaffee besorgt hatte.
„Und die Hotelangestellten können sich weder an die Frauen noch an einen geheimnisvollen Fremden erinnern. Wirklich seltsam“, meinte sie.
„Nun, wir können zumindest davon ausgehen, dass es ein Mann war, der nicht gerade arm ist.“
„Dann hätte er ja auch echte Perlen spendieren können“, sagte Tamara zynisch.
Welsch blickte sie mit seinen stahlgrauen Augen fast väterlich-strafend an.
„Tschuldigung.“
„Machen wir weiter mit den Fakten. Alle drei Damen kommen aus gutem Hause, eine davon war sogar adelig – die in Moskau – …“ Welsch nahm sich noch einmal den Interpolbericht vor.
Tamara unterdrückte ein Gähnen. Seit der Entdeckung der Toten in den frühen Morgenstunden waren sie beide auf den Beinen, und jetzt hingen sie über diesem Fall, sortierten, verglichen und versuchten, irgendwo einen Zusammenhang zwischen den Mordfällen zu entdecken. Die junge, sportliche Frau war eher der aktive Typ, der sich vor Ort ein Bild machte. Die Büroarbeit langweilte sie recht schnell. Welsch dagegen war ein Maulwurf. Er konnte sich stundenlang in Akten vergraben. ‚Wie Indiana Jones’, dachte Tamara und lächelte in sich hinein.
Im Laufe der Jahre hatten die ungleichen Typen sich zusammen gerauft. Welsch war damals nicht gerade begeistert gewesen von der Blondine. Wahrscheinlich, weil die hübsche Frau ein Klischee bediente, das man in seinem Alter nicht einfach ablegen konnte.
Trotzdem lernte er ihre manchmal brillanten Einfälle und ihre Tatkraft zu schätzen.
„Lassen Sie uns morgen weitermachen“, sagte Welsch bestimmt. „Gehen Sie nach Hause, Tamara. Sie haben schon genug Überstunden angesammelt. Wir werden morgen noch mal die Listen der Hotelgäste durchgehen, die an den besagten Wochenenden eingecheckt haben.“
Das ließ sie sich nicht zweimal sagen.

Timothy, der dicke rote Perserkater, begrüßte Tamara, als diese ihre gemütliche kleine Zweizimmerwohnung betrat. Sie hatte unterwegs noch einige Einkäufe erledigt.
„Hallo, mein Dicker“, begrüßte sie das schnurrende Fellknäuel, das um ihre Beine strich. „Du hast wohl auch Hunger, was?“ Sie packte ihre Einkäufe aus, öffnete eine Dose Katzenfutter und schaltete das Radio an. Ein Stück von Chopin wurde gerade meisterhaft gespielt. Dann ging sie ins Badezimmer, um sich ein Vollbad einzulassen, legte eine Pizza in den Backofen und zog sich einen bequemen Hausanzug an. ‚Ein begnadeter Pianist’, dachte sie kurz, als der letzte Akkord verklungen war. Tamara liebte Klassik, aber auch Jazz und Blues. Die moderne Musik aus den Charts lehnte sie eher ab.
Es wurde einer der seltenen, ruhigen und entspannten Abende, die sie so sehr schätzte.

* * *

Dafür hatte es dann der nächste Morgen in sich.
„Schon wieder eine“, begrüßte Kommissar Welsch seine Assistentin, als diese gerade das Büro betrat.
„Wo?“
„In Berlin. Kommissar Heffner rief mich gerade an. Er schickt mir gleich den Bericht und die Fotos per Email. Aber seiner Beschreibung nach ist es der gleiche Täter.“
„Unser Blutsammler?“, fragte Tamara.
„Genau!“
„Fehlt nur noch, dass der für das Deutsche Rote Kreuz sammelt“, murmelte sie vor sich hin.
„Wie bitte?“
„Äh, nichts. Ich habe nur laut gedacht.“
„Gut. Ihr Zynismus ist hier wirklich nicht angebracht. Der Kerl reist kreuz und quer und nicht eine einzige Beschreibung von ihm haben wir vorzuweisen.“
„Ich mach mich gleich an die Liste mit den Hotelgästen.“ Tamara goss sich einen Kaffee ein, bevor sie sich an ihren Schreibtisch setzte.
„Gut, sobald ich die aus Berlin habe, bekommen Sie die auch noch.“

„Da vergeht einem doch glatt das Frühstücken.“ Welsch betrachtete die Fotos auf seinem Computer. Wieder eine schöne, junge Frau mit langen, diesmal schwarzen Haaren und bleichem Gesicht. Wieder die gleichen Merkmale an dem rechten Handgelenk. Wieder blutleer. Wieder Rosenblüten und eine Perlenkette aus schwarzglänzendem Hämatit. Wieder keine Spur und keine Zeugenaussagen. 
„Vielleicht habe ich ja was. Aber ich bin mir nicht sicher.“ Tamara hatte die Namenslisten der Gäste aus den Nobelhotels aus Kopenhagen, Moskau, Hamburg und Berlin vor sich liegen. Ein oder zwei Namen hatte sie Gelb markiert. „In Kopenhagen und hier in Hamburg taucht der Name Stefan Schwarz auf. Ein Medienberater, der für internationale Fernsehsender arbeitet. Aber in allen vier Städten finde ich nur einen Namen, den von Richard Tabatha.“
„Der Künstler?“, fragte Welsch.
„Genau, er befindet sich zurzeit auf Europatournee und tritt in nahezu allen großen Konzerthallen auf.“
„Der Typ ist doch weltbekannt. Wenn man den mit den Opfern gesehen hätte, das wäre sofort in der Presse gewesen. Lassen Sie sich von seinem Management mal den Tourplan geben.“ Kommissar Welsch runzelte die Stirn. Irgendwie schien das nicht zusammen zu passen.
Das Gesicht von Richard Tabatha prangte von allen Konzertplakaten in diesen Städten, ganz zu schweigen von seinen TV-Auftritten. Der Pianist war eine weltmännische Persönlichkeit mit einer umwerfenden Ausstrahlung auf Frauen.
„Naja, wir könnten ihn uns ja mal anschauen“, meinte Welsch.
„Das dürfte schwierig werden. Der nächste Auftritt ist in Wien“, antwortete Tamara.
„Und wir können nicht warten, bis dort ein weiterer Mord geschieht. Buchen Sie uns einen Flug. Wir gehen in ein Konzert!“
Tamara schaute erstaunt von ihren Papieren auf. So bestimmt kannte sie ihren Chef nur, wenn dieser eine Witterung aufgenommen hatte.
„Ach ja, und informieren Sie unsere Kollegen in Österreich. Ich möchte nicht, dass es dort Kompetenzschwierigkeiten gibt.“
Tamara griff zum Telefon.
 



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