Geschöpfe der Nacht v. Carlotta Lucas
Nachts treffen sie sich am Strand des Meeres, um sich in Ritualen ihrer hedonistischen Lust hinzugeben.
Erlaubt ist, was gefällt. Und so geben sich alle allen hin. Nur emotionale Bindungen und Exklusivität sind untersagt.
In dieser Nacht werden neue Anwärter eingeführt und ein Mitglied für seinen Regelbruch bestraft...
Wörter: 4.072, 11 S.
Inhalt: Gruppensex, Orgie, Erotik, Menage a trois, Sexgeschichten, erotische Geschichten, Kurzgeschichten
Leseprobe:
Nina stieg aus dem Meer, ihr Körper war groß und schmal, ihr Gesicht bleich. Das Leben ausschließlich in den Nächten forderte seinen Tribut, ihre Gesichtshaut war blass und blasser geworden, die Augen glühten in einem eigenartig fanatischen Glanz.
„Schenken dir zu tausend Malen Küsse kalt wie Mondesstrahlen…“
Wie sie Baudelaire liebte, der direkt aus ihrer eigenen schwarzen, düsteren Seele zu sprechen schien. Diese Seele, die nie zur Ruhe gekommen war, die verzweifelt war an der Hohlheit der Tage, an der Oberflächlichkeit des Lebens, während sie nach dem Tod, nach Auflösung dürstete. Tod, Geliebter Meister. Nina fröstelte. Sie schlang das Badehandtuch um ihren Körper, hob den Kopf und schaute in das Licht am Himmel, das ihre Heimat zu sein schien, weiß, geheimnisvoll, ziehend. Corinna hatte sich bereits auf den Weg zu den Höhlen gemacht. Jemand aus der Gruppe hatte sie entdeckt, vor Jahren bereits, lange bevor Nina dazugestoßen war und endlich Ruhe gefunden hatte in ihrer Seele und in ihrem Körper. Jetzt folgte sie Corinna, stieg vorsichtig über die Steine, kam näher zu der Öffnung, die sich in den Felsen zeigte, glitt nach der Freundin in den Schatten der Höhle, spürte die kalte Feuchtigkeit, die Energie dieser Steinformation, in deren Hintergrund glitschiges Wasser perlte, monotones Tropfen sich mit dem Geräusch der Brandung mischte. Nina schritt weiter, die Höhle war so hoch, dass sie bequem gehen konnte, sie lag weit, sehr weit abgelegen. Niemand kam hier vorbei, würde das Ritual stören, würde das Stöhnen hören, die Schreie…
„Wie die Schlange schlüpfrig feucht, die um Gruft und Steine kreucht…“
Die Höhle war ihre Gruft, der Ort, an dem sie die Messen feierten, die sie so glücklich machten, so unendlich ruhig und frei.
Sie fragte sich, wie sie diesmal aussehen würden, die Eingeladenen, die das Risiko auf sich nahmen, die bereit für die neue Welt waren…wären sie schön wie beim letzten Mal? Oh, sicher, die Jäger legten immer großen Wert auf physische Schönheit, auf schlanke Körper, in denen der Sex schlummerte wie eine Raupe, die zum Schmetterling werden wollte…
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Diesen Artikel haben wir am Sonntag, 22. Juni 2008 in unseren Katalog aufgenommen.