Nebelmond v. Shannon O'Hara
"Ich bin Zeitungsausträgerin. Ich mag den Job und die Stille, die mich umgibt, wenn ich in der Dämmerung den Leuten die Morgenzeitung zustelle.
Doch heute ist es anders. Ich fühle mich beobachtet.
Plötzlich umschlingen mich Arme von hinten, ich verliere das Bewußtsein.
Als ich wieder erwache, wird mir klar, daß sich mein Leben dramatisch verändert hat..."
Wörter: 3.996, 13 S.
Fantasy, Erotik, Romance, Vampir, Dark Fantasy
Leseprobe:
„Lass sie da liegen, Igor!“
Die Worte trugen ihren Missmut, erreichten mich durch die neblige Wand des Erwachens.
Kehlige Laute antworteten ihr und ich spürte, dass starke Finger mein Handgelenk umfassten und mich über einen kalten Boden zogen.
Ich tauchte weiter aus der Betäubung auf, spürte, wie mein Hirn Wahrnehmungen sortierte.
Sanfte Wärme erreichte meinen Körper, doch stieg weiterhin eine unangenehme Kälte aus dem Boden. Feuchte, modrige Luft umgab mich, erschwerte das Atmen, verbot das Riechen. Ich vernahm ein leises Rascheln und das Schlagen von Eisen aufeinander, das Rasseln eines schweren Schlüsselbundes und das Einfahren eines Schlüssels in ein Schloss.
Ok, und was hat das alles mit mir zu tun?
Bin ich gerade eine Al Quaida-Geisel geworden?
Ich hatte noch nicht davon gehört, dass diese Radikalen wahllos Menschen von den Straßen ihrer Heimat pflückten.
Langsam richtete ich mich auf. Eine kleine Explosion drohte meinen Schädel bersten zu lassen, als ich mit geschlossenen Augen mein Gesicht den einfallenden Sonnenstrahlen entgegen hielt. Wieder vernahm ich das Rascheln, wandte meinen Kopf in die vermeintliche Richtung. Meine Augen benötigten einen Moment, den Schmerz im Hirn zu ignorieren und sich an das diffuse Dämmerlicht zu gewöhnen.
Mein Blick glitt über felsige Wände, einem kleinen Fenster und eine Front aus eng beieinander stehenden Eisenstangen. Schemenhaft erkannte ich in einer Ecke eine junge Frau hocken. Ihr langes Haar hing verschmutzt und ungepflegt über die Schultern. Ihre Kleidung wies ebenfalls Spuren der Vernachlässigung auf. Aus dem leicht eingefallenen, etwas kränkelnd wirkenden Gesicht schauten mich zwei Augen groß an, beobachteten jede Regung.
„Wo bin ich hier?“
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Diesen Artikel haben wir am Sonntag, 22. Juni 2008 in unseren Katalog aufgenommen.