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Verzweifeltes Begehren, Inka Loreen Minden

  • Verzweifeltes Begehren, Inka Loreen Minden

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Verzweifeltes Begehren v. Inka Loreen Minden


Kriegsveteran John genießt nach seiner Rückkehr aus Indien die wohltuende Behandlung seines Arztes. Beide Männer kennen sich seit Kindheitstagen, doch bald bemerken sie, dass sie mehr verbindet als gemeinsame Erinnerungen.

 

Wörter: 10.567, 34 S.

Inhalt: M/M, Erotik, gay, schwul, homoerotisch, Romance, Liebe, Abenteuer, historisch, gay romance, erotische Geschichten, Kurzgeschichten, erotische Literatur

 

Leseprobe:

„Wie fühlst du dich heute, John?“ Adam stellte die Arzttasche neben seinem Patienten auf das Bett und holte einige Instrumente und Fläschchen heraus, die er auf dem Nachttisch aufreihte.
Da John noch kein passendes Haus für sich gefunden hatte, lebte er vorübergehend in einer kleinen Stadtwohnung, weshalb er Adam am liebsten im Schlafzimmer empfing. Dort konnte er es sich für die Behandlung am gemütlichsten machen. Es war spartanisch, aber dennoch geschmackvoll eingerichtet. Neben dem geräumigen Polsterbett gab es noch einen Schreibtisch, der vor dem Fenster stand, und einen gemütlichen Sessel neben dem Kamin. Darin prasselte den ganzen Tag ein munteres Feuer. Sein Diener Bhanu sorgte dafür, dass es nie ausging.
Interessiert beobachtete John den Doktor, der gerade Jackett und Weste ablegte, damit er sich besser bewegen konnte. Das Hemd spannte leicht an den breiten Schultern und verschwand im Bund der schwarzen Hose, die Adams schmale Hüften gut zur Geltung brachte.
„Die Kälte quält mich“, antwortete John, „doch die Bäder, die du mir empfohlen hast, wirken Wunder.“
„Du solltest einmal zu den heißen Quellen nach Bath reisen, sobald es deine Gesundheit zulässt“, meinte Adam, als er sich neben seinen Freund aus Jugendtagen auf das Bett setzte und dessen Bademantel am Kragen öffnete, damit er Herz und Lungen abhören konnte.
John erschauderte, aber nicht, weil das Stethoskop kühl war, nein – Adam streifte mit der Hand leicht sein Schlüsselbein. Sofort stellten sich seine Brustwarzen auf. „Wann werde ich wieder reiten können?“, fragte John schnell, um sich von dieser merkwürdigen Reaktion abzulenken. Dabei nahm er den Blick nie von Adams langen Fingern, auf denen ein paar dünne Haare wuchsen.
Nachdem der Arzt fertig war, legte er das Instrument zurück in seine Tasche. „Ich denke, wenn du solche Fortschritte machst wie bisher, kannst du Tattersall bald einen Besuch abstatten und dir deinen prächtigen Hengst abholen.“ In diesem berühmten Londoner Stall, wo es von nützlichen bis edlen Tieren alles zu kaufen gab, was der Pferdenarr begehrte, hatten sie sich nach Johns Rückkehr zufällig wieder gesehen, als Adam nach einem Zugpferd für seinen Einspänner gesucht hatte. Ist das tatsächlich schon ein halbes Jahr her?, fragte er sich.
Ein breites Lächeln erschien auf Johns Lippen, sodass seine hellen Zähne in dem gebräunten Gesicht aufblitzten. Er ist ein sehr schöner Mann, dachte sich Adam. Für einen Moment starrte er John in die blauen Augen. Sie sind viel heller als früher, aber noch genauso faszinierend. Um sie herum erkannte er zahlreiche Fältchen, die John wohl der indischen Sonne zu verdanken hatte.
„Schon bald kannst du durch den Hyde Park traben und die Herzen der Ladys im Sturm erobern, Sir John Knight!“ Adam grinste zurück, doch tief in seinem Innersten wollte er nicht, dass sein Freund eine Frau fand, auch wenn es sehr egoistisch von ihm war. John hätte es mehr als verdient. Wenn er erst mal in ein großes Haus gezogen ist und eine Ehefrau, ja, vielleicht noch Kinder hat, wird er mich nicht mehr brauchen, ging es Adam betrübt durch den Kopf. Doch noch war es nicht so weit. „Ich genieße unsere Gespräche, John“, entkam es ihm unbedarft. „Es ist beinahe so wie damals, als wir uns in Cambridge ein Zimmer teilten.“
John lächelte ihn schief an, worauf es Adam ganz leicht ums Herz wurde. Sofort krempelte er die Hemdärmel hoch und legte Johns Oberschenkel frei, um mit der Behandlung zu beginnen. In Indien war das Bein durch einen Schwerthieb schwer verletzt worden, doch die Wunde war erstaunlich gut verheilt. Er hatte ein Riesenglück, doch das weiß er selbst. Ein Geflecht aus rosa Narben überzog den Muskel, der durch seine eingeschränkte Funktion an Volumen verloren hatte, denn Johns anderes Bein war kräftig, wie auch der Rest seines Körpers. John ist ein durchtrainierter Soldat, eine Kampfmaschine. Auch wenn sie beide in etwa gleich groß waren und auch Adam nicht zu den Schwächlingen zählte, gefielen ihm die schwellenden Muskeln, die sich durch den aufklaffenden Bademantel zeigten. Dank der bronzenen Haut kamen sie besonders gut zur Geltung, und Adam konnte bis zum Bauchnabel hinabsehen. Schwer schluckend nahm er den Blick von dem schönen Männerkörper.
„Das waren schon tolle Zeiten in Cambridge, was, Adam?“ John beugte sich vor und plötzlich lag ein Arm um Adams Schultern. Beinahe wäre der Arzt auf den liegenden Mann gefallen, wenn er sich nicht an dessen Brust abgestützt hätte. Wie oft hatten sie sich zu Schulzeiten so innig umarmt, doch heute fühlte es sich seltsam an. Adam spürte die feinen, goldenen Härchen unter seinen Fingern und war versucht, über Johns Haut zu streicheln. Er bräuchte nur den Kopf zu drehen, um seinem Freund einen Kuss auf die Lippen drücken zu können, die außerordentlich schön geschwungen waren. Was benutzt er für eine Seife? Er duftet wahnsinnig gut.
„Kannst du dich noch an das Bootrennen von 59 erinnern?“, fragte John, der nicht zu bemerken schien, wie unwohl sich Adam auf einmal fühlte. „Unser Achter gegen die Nussschale von Oxford, das war ein Rennen!“ Seine hellblauen Augen blitzten schelmisch und verursachten bei Adam Herzflattern, während er noch einmal heftig gedrückt wurde.
„Nur, dass es nicht ihre Nussschale war, die in der Themse versank“, lachte Adam gequält und befreite sich aus dem festen Griff. Ihm gefiel dieses seltsam leichte Gefühl um die Gegend seines Solarplexus’ immer weniger, da er genau wusste, was es bedeutete. Seine Behandlung würde er schnellstmöglich zu Ende führen und dann gleich verschwinden.
Er goss sich ein duftendes Öl auf die Handfläche, wartete, bis es sich erwärmt hatte, und legte dann die Hände auf Johns Oberschenkel. Der dünne Seidenstoff war weit nach oben gerutscht, sodass er Johns Hoden sah, die dick und schwer zwischen den Schenkeln hingen. Adam schluckte. Warum fasziniert er mich auf einmal so? Doch wenn er ehrlich war, hatte er John schon zu Jugendzeiten bewundert. Adam war immer stolz darauf gewesen, den Sohn eines Adligen zum besten Freund zu haben, auch wenn John niemals das Knight-Vermögen erben würde. Als dritter Sohn des Earl of Rosewood bekam er „nur“ eine jährliche Apanage bezahlt, von der er zwar gut leben konnte, doch Titel und Anerkennung hatte er sich in Indien verdient.
Es hatte damals ein Loch in Adams Herz gerissen, als sein Freund an Bord eines Schiffes der Ostindien-Kompanie gegangen war. Die ersten Monate nach Johns Abreise hatten sie sich noch Briefe geschrieben, die allerdings immer seltener beantwortet wurden, da John viel in Indien herumreiste. Und auch Adam war vollauf damit beschäftigt gewesen, sich um seine Patienten zu kümmern.
„Du Landratte wärest ertrunken, wenn ich dich nicht aus dem Wasser gezogen hätte“, lachte John und riss Adam somit aus seinen Gedanken.
„Ah, jetzt übertreibst du aber, ich konnte sehr wohl schwimmen“, verteidigte sich dieser und war froh, wieder unbeschwert ihren Gesprächen lauschen zu können.
John genoss Adams kräftige Massage, worauf er sich zurücklehnte und die Augen schloss. Da ihn der Säbel an einer äußerst unglücklichen Stelle durchbohrt hatte – er dankte Gott täglich dafür, dass seine Manneskraft erhalten geblieben war –, berührten Adams Fingerspitzen ab und zu seine Hoden. John spürte, wie nicht nur der harte Oberschenkelmuskel besser durchblutet wurde; zu seinem Leidwesen traf das auch auf eine andere Region zu. Diese Behandlung war sehr intim, und John hätte nie jemand anderen als seinen besten Freund so nah an sich herangelassen. Dennoch atmete er erleichtert aus, als Adam ihm bedeutete, sich auf den Bauch zu drehen. Aber das machte die Angelegenheit nicht besser, im Gegenteil: Als Adam reichlich Öl auf seinem verspannten Gesäßmuskel einmassierte, konnte er nur mit Mühe ein Stöhnen unterdrücken. Ich habe schon zu lange keine Frau mehr unter mir gespürt, erklärte John seine Erektion, die sich steinhart in die Matratze drückte.
Adam fuhr an dem Oberschenkel herauf bis über die Pobacke, wo John ein Grübchen besaß. Mit den Daumen strich er über diese Mulde und hörte John wohlig brummen. Dieser Laut drang von Adams Ohr bis tief in seinen Körper. Obwohl er sich vehement gegen dieses neue Gefühl wehrte, konnte es Adam nicht verhindern, dass sein Geschlecht zuckte. Himmel, John, was ist nur los mit mir?
Adam verspürte den Drang, dieses Zimmer sofort zu verlassen, aber seine Finger gehorchten ihm nicht. Sie streichelten über Stellen, die keiner Massage bedurften, fuhren unter der Seide hinauf bis zu den Schultern und fanden den Weg zurück zu Johns Gesäß. Dort glitten sie ein Stück in die Falte, wo sie mit sanftem Druck und kreisenden Bewegungen verweilten.
„Heute machst du es besonders gut, Adam“, stöhnte John unter seinen erfahrenen Händen.

 

 



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