Das Blut der Ewigkeit v. Sabrina Eberl
Die junge Elisabeth erinnert sich wehmütig zurück an ihre Jugendzeit, die sie wohlbehütet im Haus ihrer Eltern verbrachte.
Dort lernte sie auch Vincent von Neustein, einen Geschäftspartner ihres Vaters, auf einem Empfang kennen. Beide freunden sich schnell miteinander an. Doch Elisabeth merkt, daß Vincent etwas vor ihr verbirgt. Doch nicht nur sein Geheimnis verdunkelt das junge Liebesglück...
Wörter: 11.440, 28 S.
Keywords: Vampir, Romance, Kurzgeschichten, Dark Fantasy, Liebe
Leseprobe:
Diese Nacht ist genau wie jene, in der ich Vincent von Neustein zum ersten Mal getroffen habe. Kalt, stürmisch und klar. Mir macht das nichts aus, ich spüre nichts von all dem. Nicht einmal den kalten Stein, auf dem ich sitze. Vincent hat seinen Kopf auf meinen Schoß gebettet und schläft. Wir sitzen auf dem Gaisberg. Ich blicke auf das Lichtermeer der Stadt Salzburg hinab.
Ich möchte die Ruhe der Nacht nutzen und noch einmal in meine Vergangenheit zurückreisen, wo alles begann und wie es mich hier her führte.
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Ich betrachtete meine Umgebung genauer. Mein Vater hatte nicht übertrieben. Bisher hatte ich nur die große Halle und die Bibliothek gesehen, doch das genügte, um schwer fasziniert zu sein. Der Raum war eine aus Stein gebaute Halle. Sie war mannshoch, mit Eiche getäfelt und die Decke bestand aus kunstvoll geschnitztem Holz. Es gab vier große Fenster am anderen Ende des Raumes. Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben so viele Bücher gesehen. Regale, die bis zur Decke reichten, überwältigten mich.
„Ich bin beeindruckt. Bestimmt geht es dir genauso, Tantchen. Ich kenne niemanden, der so belesen ist, wie meine Tante“, verkündete ich stolz.
„Herr von Neustein, ich muss Elisabeth zustimmen. Es ist mir ein Hochgenuss, von Büchern umgeben zu sein. Bestimmt besitzen Sie viele interessante Werke.“
„Durchaus, durchaus. Ich sagte Ihnen bereits, dass Sie sich wie zuhause fühlen sollten, also tun Sie sich keinen Zwang an und blättern doch in dem einen oder anderen Buch, dass Ihr Interesse erweckt. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen meine Bücher zu leihen“, sagte Vincent freundlich zu meiner Tante.
„Dieses überaus liebenswürdige Angebot werde ich mit Freuden annehmen“, antwortete Martha.
Dann fiel mein Blick auf ein finsteres Gemälde, das über dem Kamin hing. Darauf war ein stattlicher Mann, mit gepflegtem Äußeren und ordentlich gekämmtem Haar abgebildet. Die Kleidung war aus dem vorigen Jahrhundert, deshalb wusste ich, dass es nicht Vincent selbst sein konnte. Dennoch ähnelten sich die Gesichtszüge mit denen von Vincent.
„Oh, sagen Sie Vincent, ist das Ihr Großvater? Er und Sie haben dieselben Gesichtszüge.“ Ich deutete auf das Gemälde.
„In der Tat, da liegen sie recht in der Annahme, Elisabeth“, räusperte er sich und nahm einen Schluck Champagner.
„Ihre Bibliothek ist eine wahre Schatzkammer. Wenn Sie erlauben, würde ich mir später ebenfalls gerne die Bücher genauer ansehen.“
Vincent nickte und schien erfreut zu sein. „Sehr gerne, meine Liebe. Aber sagen Sie, wollen wir nicht ins du wechseln? Ich spüre mit Ihnen eine sonderbare Vertrautheit.“
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Diesen Artikel haben wir am Freitag, 25. April 2008 in unseren Katalog aufgenommen.