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Edens Asche, Monika De Giorgi (Neuauflage)

  • Edens Asche, Monika De Giorgi  (Neuauflage)

6,49 EUR

inkl. 19 % Ust. inkl.

Art.Nr.: 1013
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(PDF; weitere Formate: siehe unten)

Edens Asche v. Monika De Giorgi

(neue und überarbeitete 3. Auflage)

Damian ist jung, attraktiv und erfolgreich. Er denkt, die Fäden seines Lebens fest in der Hand zu halten, wird aber schnell eines Besseren belehrt. Von einer Nacht zur anderen gerät er in ein Labyrinth aus verwirrenden Emotionen, Alpträumen, Hass, Rache und Tod. Nur eine Person kann ihm helfen, diesem Irrgarten zu entkommen. Joshua, der geheimnisvolle Nachtschatten, der ihm als dunkler, aber schützender Engel zur Seite steht. Jedoch – der Gefährte verwirrt und verletzt Damians Gefühle…


Wörter: 82.238, 183 S.
Vampir, Mystery, Fantasy, Romance, Dark Fantasy, Dark Romance

Leseprobe:
Damian schritt durch die dunkle Nebengasse. Dumpf klangen seine Schritte auf dem verwitterten Kopfsteinpflaster, Nebel wallte um seine Beine. Kalten Fingern gleich kroch die Feuchtigkeit unter seine schwarze Jeans und den engen, dunkelgrauen V-Ausschnittpullover. Das Leuchten der Straßenlaternen war spärlich und tauchte die Umgebung in ein diffuses, schweflig-gelbes Licht, welches aber nicht die schwarzen Schatten in den Winkeln und Nischen der dicht stehenden alten Häuser, die jene kleine Gasse begrenzten, zu vertreiben vermochte.
‚Eine Szenerie, wie aus einem Horrorfilm’, schoss es ihm durch den Kopf. ‚Gleich kommt eine Gummifledermaus vorbeigeflattert.’
Doch so spöttisch seine Gedanken auch sein mochten, sie konnten das Gefühl des Unheimlichen, Surrealen nicht vertreiben, das ihn befiel, kaum dass er Daniels Wohnung allein verlassen hatte.
Außer seinen Schritten war sonst kein Geräusch zu vernehmen, nur ein paar Ratten huschten auf der Suche nach Nahrung über die Müllsäcke, die sich neben einem grauen Container stapelten, doch schenkten sie seiner einsamen, schlanken Gestalt keinerlei Beachtung. Fröstelnd zog er sein Lederjackett enger um sich und wandte nervös den Kopf. Er kannte diesen Weg wie seine Westentasche, schon seit Jahren benutzte er diese Abkürzung, wenn er von seinem besten Freund Daniel, der kaum einen Steinwurf von seinem Haus entfernt wohnte, nach Hause ging. Nie hatte er auch nur ansatzweise ein mulmiges Gefühl gehabt, wenn er durch dieses feuchte, vermüllte Gässchen schritt. Aber heute war es anders.
Schon geraume Zeit hatte er das Gefühl verfolgt zu werden, doch an dem, was seine dunkelblauen Augen wahrnahmen, war nichts befremdliches, so setzte er zögernd seinen Heimweg fort, sich mühsam beherrschend nicht plötzlich los zu rennen.
„Benimm dich nicht wie ein paranoides Schulmädchen!“, ermahnte er sich und ging gezwungen langsam weiter ... doch war da nicht etwas? Schritte? Warum musste er auch ausgerechnet heute Machoallüren entwickeln und wider seines Instinkts diese Gasse benutzen? Erneut blickte er über seine Schulter zurück, aber er sah nur eine schwarzpelzige Ratte das Pflaster überqueren.
‚Du bildest dir nur etwas ein. Dich verfolgt kein Jack the Ripper’, sprach er im Geiste zu sich selbst.
„Nein, aber ich!“, kam die Antwort aus dem Dunkel.
Damian erstarrte. Es war eine seltsam sanfte Stimme, verlockend und erotisch. Damian beschloss zu flüchten, doch schon schlossen sich Arme um seine Schultern. Schlanke Arme. Der Griff war nicht schmerzhaft, aber von unterschwelliger Stärke. Eine zarte, blasse Hand legte sich auf seine Lippen.
‚Fuck!’, dachte er.
„Kein Schrei, wehre dich nicht dagegen“, flüsterte die Stimme sanft in sein Ohr, ihr Atem streifte seine Wange.
Ein seltsamer, dichter Nebel legte sich über seinen Verstand. Die Hand löste sich von seinen Lippen und glitt seinen Körper hinab bis zu seiner Taille. Die andere fuhr in sein dichtes, schulterlanges, schwarzes Haar. Warmer Atem streichelte seinen Hals. Damian seufzte leise auf. Ein Gefühl wonniger Schwäche begann ihn zu erfüllen. Seine Haut kribbelte und wurde seltsam empfindlich für jegliche Berührung. Er wandte sein Gesicht, um ihr Antlitz zu erblicken, sein Blick versank in zwei leuchtenden, smaragdgrünen, bannenden Augen. Er bemerkte, dass er sich in ihrem Griff herumdrehte um seine Arme ebenfalls um sie zu schlingen. Es war ein schlanker, fester Körper, den er unter seinen Fingern spürte, doch strahlte er keinerlei Wärme aus.
„Wer bist du?“, flüsterte Damian drängend, doch sie lachte nur leise.
„Ist das wichtig?“
Ihre Lippen suchten die seinen. Fanden sie zu einem leidenschaftlichen Kuss, den er hungrig erwiderte. Aufstöhnend presste er sich näher an diesen Nachtschatten, den er jäh so sehr begehrte. Er ließ seine Finger über ihren Rücken gleiten und genoss es, ihren biegsamen Körper durch den weichen Satin ihrer Bluse, unter den Fingerspitzen, zu spüren. Immer wieder suchten sich ihre Münder zu weiteren Küssen.
Doch dann lösten sich ihre Lippen von den seinen, glitten über die scharfe Linie seines Kinns seinen Hals hinab. Damian sog scharf die Luft ein, als ihre Zunge liebkosend über seinen Puls glitt, welcher vor Erregung raste. Sanft saugte sie an seiner weichen Haut, dann durchfuhr ihn ein scharfer Schmerz. Doch dieser kurze Schmerz wurde aufgelöst in den brandenden Wogen sich steigernder Extase. Sein Körper bebte, orgiastisch stöhnte er auf. Sein eigener Herzschlag dröhnte in seinen Ohren wie ein Trommelwirbel. Er weilte fern der Realität in einer Welt, die nur aus Gefühlen bestand. Leidenschaft, Begierde und Sehnsucht. Sehnsucht nach Erfüllung. Wellen höchster Lust wogten gleich Ebbe und Flut durch seinen Körper, doch mit jedem Mal wurden diese Wellen schwächer, nur ihre Arme hielten ihn noch auf den Beinen, und doch presste er sich noch fester an ihre Gestalt. Er grub seine Finger in den zarten Satin ihrer Kleidung, bis er glatte, nackte Haut fühlte. Aber dann trat sie unvermittelt einen Schritt zurück.
Damian brach in die Knie. Beinahe verließ ihn das Bewusstsein.
„Was ist mit mir?“, wisperte er mit schwacher Stimme, die nicht ängstlich – eher verwundert – klang.
Sie blickte sanft lächelnd auf ihn hinab. Damian konnte nicht umhin, bewundernd ihre Schönheit wahrzunehmen. Langes rotbraunes Haar umrahmte ein schmales Gesicht mit milchweißer Haut und den schönsten Augen, die er je gesehen hatte.
„Du bist geschwächt, ich habe dein Blut genommen“, antwortete sie.
Um Hilfe heischend reckte er die Hände in ihre Richtung. Er wusste, dass sie die Wahrheit sprach, doch hatte er keine Furcht, er wusste auch, sie wollte ihn nicht töten. Sie kniete neben ihm nieder und strich mit den Fingerknöcheln über seine Wange.
„Nein, du wirst nicht sterben“, sie schüttelte den Kopf. „Trink das!“
Sie ließ den langen silberweiß lackierten Fingernagel ihres Daumens über die Pulsadern ihres linken Handgelenks gleiten. Sogleich traten rubinrote Blutstropfen hervor. Der Nebel umgab sie gleich einem Schleier, als sie sich über ihn beugte.
„Komm Damian, trink!“
Wie ein Bann legte sich ihre Stimme über seine Gedanken, seine Fragen. Er streckte seine Hand nach der ihren aus. Zärtlich küsste er jede ihrer Fingerspitzen, dann erst senkte er seine Lippen auf die roten Tropfen nieder, welche verlockend im Laternenlicht funkelten, ohne sich zu fragen, was er da eigentlich tat. Sie hätte alles von ihm verlangen können, er hätte widerspruchslos gehorcht. Er nahm das Blut mit der Zunge auf, kostete es, nie war ihm etwas so süß erschienen und bald trank er willenlos von ihrem Handgelenk. Er hörte sie begehrlich aufseufzen und auch in ihm erwachte die Leidenschaft wieder. Er schmeckte die Süße ihres Blutes und spürte, wie mit jedem Tropfen wieder Kraft in seinen Körper zurückströmte. Immer hungriger nahm er den süßen Saft des Lebens auf. Er trank und
eine Energie, wie er sie noch nie in seinem Leben verspürt hatte, floss in ihn und erfüllte ihn. Er hatte das Gefühl, gleich davon überwältigt zu werden. Plötzlich vernahm er ihren Herzschlag, der sich mit dem seinen vereinte und zu einem tosenden Donnergrollen anschwoll. Er fühlte, wie sein Körper davon geschüttelt wurde, von dieser neuen, kraftvollen Energie, gleich einem Baum im Novembersturm. Er drohte davon fortgerissen zu werden.
„Es ist genug!“, drang ihre Stimme heiser durch den wirbelnden Sturm seiner Gedanken.
Grob entzog sie sich ihm. Damian stieß einen leisen, sehnsüchtigen Schrei aus und wollte nach ihr greifen. Doch er versank in bodenloser Schwärze.



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Diesen Artikel haben wir am Donnerstag, 10. April 2008 in unseren Katalog aufgenommen.


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