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Die Wendung, Deike Lehnhardt

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Die Wendung v. Deike Lehnhardt

Die Dozentin Susan erhält überraschend einen Brief ihrer ehemaligen Studentin und großen Liebe Marie.
Beide verband vor Jahren eine leidenschaftliche, aber heimliche Liebe.
Doch Marie konnte ihre Liebe zu einer anderen Frau nicht mit ihrem katholischen Glauben vereinbaren, brach mit Susan, heiratete und gründete eine Familie.
Susan blieb tief verletzt zurück. Und der nun eingetroffene Brief droht alte, kaum verheilte Wunden wieder aufzureißen. Was will Marie?


Wörter: 5.665, 25 S.
Inhalt: lesbische Liebe, lesbisch, Liebe, Frauen, Romance, Kurzgeschichten, Frauenliebe

Leseprobe:

Noch im Mantel begann ich, die Post durchzusehen. Neben Werbung, Zeitungen und Ämterbriefen gab es noch zwei persönliche, an mich adressierte Briefe. Auf dem Couvert des einen erkannte ich die Handschrift meiner Freundin Ulrike, die gerade ein Praktikum in Neuseeland absolvierte und mir von dort in regelmäßigen Abständen Berichte schickte. Das andere Couvert aber ließ mich stutzen. Es war ein recht kleines, in hellblauer Farbe. Meine Anschrift stand in Druckbuchstaben geschrieben, weshalb es mir unmöglich war, den Verfasser oder die Verfasserin zu erahnen. Ich rupfte das Couvert auf und entnahm ihm einen ebenso hellblauen Bogen Papier, der handschriftlich und in schwarzer Tinte beschrieben war. Ein, zwei Sekunden lang benötigte mein Hirn, um Botschaft mit Erinnerung zu verknüpfen. Dann schlug die Erkenntnis mit einem Schwall von Erregung zu und setzte mir den Namen Marie auf die Lippen. MARIE! Mir wurde übel. Ich stand auf und goss mir ein Glas Wasser ein, das ich zügig hinunterkippte. Danach zündete ich mir eine Zigarette an und setzte mich zurück an den Küchentisch. Wieder nahm ich den Brief zur Hand, seufzte und begann zu lesen:
„Liebe Susan, sicher hast Du nicht damit gerechnet, dass ich mich noch einmal bei Dir melde, schon gar nicht jetzt, wo schon beinahe fünf Jahre seit unserer letzten Begegnung vergangen sind. Aber ich habe einen Grund für meinen unverhofften Brief, den Du vielleicht doch akzeptieren kannst. Christian, ich und unsere Tochter Sofie werden am Montag, den achtzehnten November nach Kolumbien ausreisen. Es war schon immer unser Traum, dort zu leben. Christian hat ein sehr lukratives Angebot für den Einsatz als Mediziner bekommen. Da mussten wir einfach zustimmen.
Ich hoffe, Du erhältst meinen Brief noch rechtzeitig. Denn bis zur Abreise sind es nur noch wenige Tage. Und mein Wunsch ist es, Dich noch einmal zu treffen, ehe ich für viele Jahre oder sogar für immer in einem fernen Land lebe. Nun weiß ich nicht, ob Du damit einverstanden bist, nachdem unser damaliger Abschied, na sagen wir mal, unglücklich verlaufen ist. Ich will es ganz Dir überlassen, ob wir uns nun noch ein letztes Mal sehen oder nicht. Am Samstagnachmittag um vier werde ich am Jakobsbrunnen auf Dich warten. Wenn Du nach einer Stunde noch nicht da sein solltest, werde ich gehen. Dann gäbe es kein Abschied für mich. Entscheide Du! Vielleicht entscheidet Dein Herz für Dich, noch während Du diese Zeilen liest. Marie.“
Mein Gesicht hatte sich mit Tränen benetzt, ohne dass ich es gemerkt hätte. Ich wischte die Nässe mit dem Handrücken weg, erhob mich von meinem Stuhl und ging auf den Balkon, um die Blumen zu gießen. Blumenpflege war etwas, das mir stets half, die Nerven zu behalten. Aber als ich mich über die Brüstung lehnte und in die durch die Laternenlichter durchbrochene Dunkelheit blickte, fühlte ich mich mit einem Mal unfähig, überhaupt irgendetwas zu tun. Ich ließ die Gießkanne zurück in den Blumenkasten gleiten und kehrte in die Küche zurück, von dort aus ins Schlafzimmer, wo ich mich auf den Rücken ins Bett legte. Auf meinem Gedankenbild stand in kräftigen Strichen MARIE. Ich bemühte mich, die einzelnen Buchstaben näher zu betrachten, um zunächst nichts anderes denken und fühlen zu müssen. Doch je mehr ich mich um ein Ausweichen bemühte, desto gewaltiger überschwemmte mich das Erinnerungsgeäst. Bald war ich ihm unterlegen, musste mich fügen, musste all das von vorn anschauen, was zu betrachten ich mir so lange verboten hatte.


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Diesen Artikel haben wir im Dezember 2007 in unser Sortiment aufgenommen.


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