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Calla in Landluft, Maren Frank

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Calla in Landluft v. Maren Frank

Die junge Sekretärin Calla verliert plötzlich ihren Job. Doch ihr einstiger Chef findet für sie eine andere Stelle - mitten in der Provinz, wo sich skurile Gestalten die Klinke in die Hand zu geben scheinen. Und doch - das beschauliche Dorf Eulenwinkel bietet nicht nur frische Landluft, sondern auch prächtige Exemplare der Gattung Mann. Hat sie hier etwas die Chance, die große Liebe zu finden? 

Wörter: 37.354, 95 S.
Keywords: Romance, Romantisch, Kurzgeschichte, Abenteuer, Liebe

Leseprobe:

Das Kündigungsschreiben fühlte sich an wie der elektrische Weidezaun, an den sie gestern aus Versehen gekommen war. Die Buchstaben verschwammen vor Callas Augen zu einer schwarzen, dicken Linie. Wie der Seitenstreifen auf einem Totenbrief.
Sie biss auf ihrer Unterlippe herum, schmeckte Lippenstift und atmete tief durch. Na und? Dann war sie eben arbeitslos. Davon würde sie sich nicht unterkriegen lassen. Und Heulen half schon gar nicht.
Die Tür zu ihrem Büro wurde geöffnet, und Walter Apfelbauer steckte seinen runden Kopf herein. „Calla? Kommen Sie bitte mal eben? Ich würde gern mit Ihnen etwas besprechen.“
Calla stand auf und folgte ihrem Chef. Chef? Nein, ehemaliger Chef. Der Mann, der ihr gerade eine Kündigung hatte zukommen lassen.
„Kaffee?“, fragte er.
Calla schüttelte den Kopf. Alles, was sie wollte, war eine Erklärung. Sie war die perfekte Chefsekretärin gewesen, das hatte er ihr mehr als einmal versichert. Nie kam sie zu spät und selbst die starke Erkältung letzten Monat hatte sie nicht davon abhalten können zu arbeiten.
„Es tut mir sehr Leid, das müssen Sie mir glauben“, begann Apfelbauer und setzte sich Calla gegenüber. „Sie wissen ja, wie es mit der Firma aussieht.“
Calla nickte. Sie hatte die Papiere mit den roten Zahlen oft genug in der Hand gehabt. „Aber Sie sagten doch, dass Grand-Produktion die Firma aufkaufen und alle Mitarbeiter übernehmen würde.“
„So war es ursprünglich geplant, ja. Doch sie sind abgesprungen, ist ihnen ein zu großes Risiko. Kann ich auch verstehen.“ Er seufzte und zündete sich eine Zigarre an.
Calla rümpfte die Nase. Sie hasste den Geruch von Zigaretten und Zigarren.
„Ich habe das Gelände nun an einen Immobilienmarker verkauft, der wird die Gebäude abreißen und Einfamilienhäuser hinsetzen lassen.“
„Und Sie?“, fragte Calla.
„Ich gehe in den Ruhestand. Mit zweiundsechzig nimmt mich ja doch keiner mehr, und zur Gründung einer neuen Firma fehlt mir das Kapital. Was ich durch den Verkauf bekommen habe, reicht zum Schuldenbezahlen und für einen schönen Lebensabend auf Mallorca.“
Still saß Calla auf dem plötzlich unbequemen Bürosessel. Apfelbauer hatte leicht reden, für ihn war der Berufsalltag vorbei, seine Karriere lag hinter ihm. Ihre dagegen sollte erst beginnen. Hatte sie gedacht. Sie war doch erst vierundzwanzig, überqualifiziert noch dazu, da sie zusätzlich zu ihrer Ausbildung als Sekretärin auch eine als Fremdsprachenkorrespondentin absolviert hatte.
„Ich weiß, dass diese Kündigung sehr plötzlich für Sie kommt.“
Fast hätte sie verächtlich geschnaubt. Er wusste doch sicher nicht erst seit zehn Minuten, dass aus der geplanten Übernahme nichts wurde. Jetzt stand sie von heute auf morgen auf der Straße und war gezwungen, von ihren Ersparnissen zu leben, bis sie einen neuen Job fand.
„Aber ich möchte Ihnen gern einen Vorschlag unterbreiten.“ Er sog an seiner Zigarre und blies den Rauch Richtung Fenster. Sonnenlicht ließ die Staubpartikel darin tanzen. „Meine Schwester ist Bürgermeisterin einer kleinen Stadt und braucht dringend eine Sekretärin, da ihre jetzige in einigen Tagen in den Mutterschutz geht. Als ich das hörte, habe ich sofort an Sie gedacht, Calla. Würde Ihnen das gefallen?“
Als Arbeitslose konnte sie es sich nicht leisten, wählerisch zu sein. Und Sekretärin einer Bürgermeisterin klang nicht schlecht. „Geben Sie mir bitte die Kontaktdaten? Dann würde ich mich gern um die Stelle bewerben.“
„Das brauchen Sie nicht, sobald Sie ja sagen, sind Sie eingestellt.“ Er lächelte sie an. „Ich hab meiner Schwester so von Ihnen vorgeschwärmt, dass Sie es kaum erwarten kann, Sie kennen zu lernen.“
„Oh.“ Calla mochte es grundsätzlich nicht, wenn ihr alles schon fertig vor die Nase gesetzt wurde. Aber in diesem Fall sollte sie sich wohl freuen.
Er schob ihr ein A5-großes Blatt zu. „Hier steht die Adresse, mit Telefonnummer. Beim Finden einer Wohnung kann Ihnen meine Schwester sicher auch weiterhelfen.“
„Eulenwinkel“, las sie leise vor. Nie gehört und von der Postleitzahl her eine ganze Ecke entfernt.
„Ich kann Ihnen eine Wegbeschreibung geben“, bot Apfelbauer an und als Calla knapp nickte, schnappte er sich ein Blatt und den goldenen Kuli und begann mit seiner Krakelschrift zu schreiben.
Dreiviertel beschriftet reichte er ihr das Papier, und Calla las. Das waren gut und gerne 400 km Entfernung. Nun ja, sie hatte keine Verpflichtungen in Frankfurt, es gab keinen Freund, und ihre Familie lebte im bayerischen Wald. So sehr viel weiter als jetzt wäre sie in Eulenwinkel auch nicht von ihren Lieben entfernt.


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